Ryan Reynolds schwächelt deutlich als Marke

Wer kann sich noch an den Mythos von Ikarus erinnern? Eine antike griechische Erzählung über Übermut und die Folgen der Missachtung von Warnungen. Ring a bell? Wir haben aktuell das perfekte Beispiel in Hollywood. Nämlich Ryan Reynolds.

Früher habe ich Ryan Reynolds schon echt gern zugeschaut, nicht einmal wegen der Filme allein, sondern wegen dieser perfekt gebauten Leichtigkeit, die immer mitgelaufen ist.

Genau darin liegt für mich heute das Problem. Wenn ich an ihn denke, sehe ich keinen Schauspieler mehr, sondern eine Strategie. Eine brillante noch dazu. Aus Charme wurde Kapital, aus Selbstironie ein Geschäftsmodell. Aviation Gin, Mint Mobile, Maximum Effort, sogar die Fantasie rund um den nächsten großen Schub, alles hing an derselben Idee, Ryan Reynolds als verlässliches Gefühl.

IconCapital hat das in seinem Video ziemlich gut aufgedröselt. Nicht hysterisch, sondern nüchtern, und gerade deshalb wirkt es so überzeugend. Das Bild ist nicht von heute auf morgen zerbrochen. Es ist langsam säuerlich geworden, fast unmerklich. Ein paar Schlagzeilen hier, ein paar öffentliche Irritationen dort und plötzlich sieht man die Mechanik dahinter viel klarer.

Dazu kommt, dass er künstlerisch längst feststeckt. Immer derselbe smarte Typ, immer dieselbe Pointe. Das ist nicht katastrophal, nein nein, keinesfalls, aber doch ermüdend. Vielleicht ist das der eigentliche Wendepunkt, die Marke ist nicht explodiert, sie ist einfach alt geworden. Und das spürt man halt. Aber selbst wenn er sich jetzt zu Ruhe setzt, Sorgen müssma uns um ihn keine machen.